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Mittwoch, 8. November 2017

Studie: Viele Bauherren verzichten beim Hausbau auf sachkundige Unterstützung – Ergebnis häufig nicht zufriedenstellend

Viele Bauherren in Deutschland planen und realisieren ihr Bauprojekt ohne professionelle Beratung und Unterstützung: Nicht einmal jeder zweite zieht vor Baubeginn zur Prüfung der Baupläne einen Sachverständigen hinzu.

Und nur jeder dritte Häuslebauer lässt die Verträge mit dem Bauträger oder mit Handwerkern von einem Experten überprüfen. Selbst die Bauabnahme erfolgt häufig allein durch den Bauherrn und ohne sachkundige Hilfe. Zu diesen Ergebnissen kommt die "Bauherren-Studie 2017", für die der Bauherren-Berater Almondia mehr als 1.000 Bundesbürger befragt hat.

"Eine solche Einstellung ist hochriskant. Um Baupläne, Verträge und Ausführung richtig beurteilen zu können, müssten die Bauherren Rechtsexperte, Architekt und Bauingenieur in Personalunion sein. Sie fahren sozusagen blind", ist Prof. Dr.-Ing. Evi Hartmann von der Universität Erlangen-Nürnberg überzeugt. Die Wirtschaftsingenieurin hat die Studie wissenschaftlich begleitet und warnt: "Unklar formulierte Verträge bergen ein hohes Konfliktpotenzial. Viele Streitereien nehmen hier ihren Ausgang". Zum Streit kommt es häufig etwa dann, wenn der Bauherr von Inklusivleistungen ausgeht, er für diese dann aber unerwarteterweise bezahlen soll. Oder wenn Baumaterialien vorab nicht exakt festgelegt sind. Werden zum Beispiel statt holzfurnierter Türen teurere Echtholztüren verbaut, sind Ärger und Mehrkosten vorprogrammiert. 

Besonders riskant wird es, wenn der Bauherr die Baupläne vor Baubeginn nicht durch einen Spezialisten prüfen lässt. "Baupläne sind abstrakt. Sie enthalten zwar Maßangaben, Laien können aber oft nur schwer einschätzen, ob der Platz, etwa für die Treppen, nicht doch zu eng bemessen ist. Meist fehlt das Gefühl für die tatsächlichen Größen", sagt Dr. Gordian Rättich, Geschäftsführer des Bauherren-Beraters Almondia.

Mit Blick auf die Ergebnisse der "Bauherren-Studie 2017" überrascht es kaum, dass Bauherren mit dem Ergebnis oft nicht zufrieden sind: Zwei von drei der befragten Eigenheimbesitzer würden heute anders bauen. Fast jeder Fünfte hätte sich ein größeres Haus gewünscht; 14 Prozent der Befragten würden sich sogar für einen ganz anderen Haustyp entscheiden. Mehr als jeder zehnte Bauherr hätte sich eine hochwertigere Ausführung gewünscht.

"Viele Planungsfehler lassen sich im Nachhinein nicht mehr oder nur mit hohem finanziellen Aufwand korrigieren. Aus diesem Grund ist es essentiell, Experten während jeder Phase mit ins Boot zu holen: bei der Planung, während der Ausführung und bei der Abnahme. Sonst kann der Bau unnötig teuer und alles andere als das erhoffte Traumhaus werden", so Bauexperte Rättich.

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