Sollzinsbindung - Welche soll ich wählen?

Die Sollzinsbindung ist ein entscheidender Faktor bei der Baufinanzierung. Um hier die richtige Entscheidung treffen zu können, sollten Sie genau wissen, was es mit der Sollzinsbindung auf sich hat und wie sich die unterschiedliche Dauer der Zinsbindung auf Ihr Darlehen auswirkt. Hier bekommen Sie alle wesentlichen Informationen rund um die Sollzinsbindung bei der Baufinanzierung. 

Warum gibt es eine Zinsbindung? Welche Funktion erfüllt sie?

Mit der Sollzinsbindung bestimmen Sie bei Vertragsabschluss, über wie viele Jahre Sie die Zinsen für Ihr Annuitätendarlehen festlegen möchten. In diesem Zeitraum ist Ihnen der Zinssatz garantiert. Entscheiden Sie sich für eine Sollzinsbindung von zum Beispiel fünf Jahren, zahlen Sie in dieser Zeit immer den festgelegten Zins und den jeweiligen Tilgungssatz. Die Dauer der Zinsbindung gibt es in allen Varianten: von wenigen Monaten bis zu 30 Jahren. Meist wählen Darlehensnehmer für ihre Baufinanzierung eine Festschreibung des Zinses über fünf, zehn oder 15 Jahre. Innerhalb dieser Zeit ist das Darlehen aber in der Regel noch nicht abgetragen – dafür sind im Durchschnitt etwa 25 bis 30 Jahre erforderlich.

Kurze oder lange Sollzinsbindung - Was ist für mich wann optimal?

Bei Ihrer Entscheidung über eine kurze oder lange Zinsbindung ist zu bedenken, dass bei Ablauf der Sollzinsbindung in der Regel eine Anschlussfinanzierung für Ihre Restschuld ansteht. Zu welchem Zinssatz Sie diese bekommen, kann keiner vorhersehen: Es ist gut möglich, dass Sie für die Anschlussfinanzierung einen deutlich höheren Zins zu zahlen haben. Daraus lässt sich folgende Faustregel ableiten: Sind die Zinsen bei Abschluss Ihres Darlehens eher hoch, sollten Sie lieber eine kurze Sollzinsbindung von drei oder fünf Jahren wählen. Dann können Sie bei Ihrer Anschlussfinanzierung möglicherweise von gesunkenen Zinsen profitieren. Sind die Bauzinsen niedrig, macht eine möglichst lange Sollzinsbindung Sinn. So können Sie bei der Baufinanzierung über einen langen Zeitraum von den günstigen Zinsen profitieren. Den niedrigen Zinssatz können Sie sich gegen einen leichten Zinsaufschlag bei Ihrem Kreditinstitut sichern. 

Angesichts der aktuell besonders niedrigen Bauzinsen ist die lange Sollzinsbindung heute meist die erste Wahl: Mit einer Zinsbindung von 20 oder 30 Jahren profitieren Sie über den gesamten Zeitraum von den günstigen Konditionen und setzen sich nicht dem Risiko steigender Zinsen aus.  

Welche Kündigungsrechte habe ich?

Als Kreditnehmer können Sie Ihren Darlehensvertrag vorzeitig, also vor Ablauf der Sollzinsbindung, kündigen – zum Beispiel um einen günstigeren Kredit aufzunehmen. Für die vorzeitige Kündigung müssen Sie allerdings eine Vorfälligkeitsentschädigung an die Bank zahlen, da dieser durch Ihre Kündigung Gewinne entgehen.  

Wann muss ich eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen?

Eine Vorfälligkeitsentschädigung ist immer dann fällig, wenn Sie Ihr Darlehen vorzeitig kündigen. Die Ausnahme: Wenn Sie die Zinsbindung über mehr als zehn Jahre vereinbart haben, dürfen Sie Ihren Kredit nach zehn Jahren mit einer Frist von sechs Monaten ohne Vorfälligkeitsentschädigung kündigen (§ 489 BGB). Ob Sie das Darlehen dann vollständig oder auch nur teilweise zurückzahlen, bleibt Ihnen überlassen – in beiden Fällen haben Sie keine Entschädigung zu leisten.